CfP & Autoreninfo

CfP JTPhil: Allgemein

Beiträgerinnen und Beiträger sind eingeladen, Abhandlungen zu allen Fragestellungen der Technikphilosophie einzureichen. Manuskripte können in deutscher, englischer und französischer Sprache eingesandt werden. Vorschläge für zu rezensierende Texte und das Archiv sind ebenfalls willkommen.

Einreichungen müssen der Redaktion in anonymisierter Form vorliegen und sollten nicht mehr als 33.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Bibliographie und Anmerkungen) umfassen und ein max. 700 Zeichen langes Abstract enthalten. Alle persönlichen Angaben dürfen auf Grund des Review-Verfahrens ausschließlich auf dem Deckblatt vermerkt werden. Detaillierte Informationen zur formalen Textgestaltung entnehmen Sie bitte dem Stylesheet von diaphanes.

CfP: JTPhil 2020 – Unheimlichkeit und Autonomie

***English follows German***

Überwindet Technik das unheimlich Unbeherrschbare? Oder wird sie uns selbst unheimlich? Zwei scheinbar widersprüchliche Narrative prägen die Geschichte und auch die Theorie der Technik: Das Narrativ der Entzauberung beschreibt, wie eine als fremd und gefährlich erfahrene Natur durch Verwissenschaftlichung und Technisierung gezähmt wurde. Das Narrativ der (Wieder)Verzauberung schildert, wie uns Artefakte und technologische Möglichkeiten unheimlich werden, insbesondere wenn sie sich zu verselbständigen scheinen oder mit »autonomem«Eigensinn gegenübertreten. In den heutigen Debatten um selbstlernende, ubiquitär verteilte, im Assistenzmodus unsichtbare, dabei opake Techniken schwingt das unheimliche Moment einer »Verselbständigung«von Technik mit – und trägt im Anschluss an die Mechanisierungs- und Automatisierungsdiskurse des 20. Jahrhunderts zur »Dämonisierung«der Technik bei. Technik macht Welt einerseits vertraut und nachvollziehbar: Paradigmatisch wird dies in der Idee, dass etwas dann verstanden wird, wenn es technisch rekonstruiert werden kann. Andererseits wird die technische Reproduktion von Welt – oder deren radikale Umgestaltung zu einer entfremdeten – als etwas Verstörendes erlebt. Spätestens, wenn Artefakte zu tun scheinen, »was sie wollen«oder technische Großsysteme die Lebenswelt nach ihren »Eigenlogiken«prägen, ist eine schon von Freud benannte Grenze erreicht, an der wir verunsichert werden, ob wir überhaupt noch in der modernen Welt leben.

Freilich beschränkt sich der Zusammenhang von Technik, Autonomie und Unheimlichkeit nicht auf die befremdliche oder erschreckende Anmutung von Artefakten. »Die Kluft zwischen Wissen und Können ist vielleicht grösser, auch unheimlicher als man denkt«, notiert Nietzsche in Jenseits von Gut und Böse. Günther Anders weitet dies auf die Schere zwischen dem Vorstellbaren und dem Machbaren aus, wonach das Machbare hinter die Vorstellungskraft zurückfallen kann – und umgekehrt das Vorstellen hinter das Herstellen. Wie das schiere, blinde Können unheimlich sein kann, führen auch Filme und literarische Werke vor, in seinem technikphilosophisch inspirierten Roman Der Unbesiegbare (Niezwyciężony,1964) beispielsweise Stanisław Lem. Als unheimlich kann darüber hinaus sowohl eine Perfektion der Mittel als auch ihr Überschuss wirken, siehe hierzu schon den Mythos des Prometheus oder das Chorlied in Sophokles’ Antigone »Ungeheuer ist vieles, nichts aber ungeheurer als der Mensch«.

Schließlich soll Technik »innovativ« sein und verpflichtet sich auf das unerhört Neue mit der Behauptung einer eigenlogischen Entwicklungstendenz zu autonomen (und somit: disruptiven, transformativen) Technologien. Neuheitspostulate sind in der Sache interessant – vielleicht ist etwas daran? Gleichwohl produzieren beispielsweise auch alarmistische Neuheits-Narrative ihrerseits Unheimlichkeiten und Unsicherheiten. Und diese werden womöglich strategisch gestaltet. Im Namen einer vorgeblich durch Technik bedrohten Autonomie sehen wir – gerade als Technikkritiker*innen – uns dann durch eine ›unheimliche Reflexion‹ zum Handeln gezwungen.

Für den so umschriebenen Themenkomplex stehen die Titelwörter des Schwerpunkts Unheimlichkeit und Autonomie im Jahrbuch Technikphilosophie 2020. Der Schwerpunkt wird gemeinsam mit der Zeitschrift für Technikgeschichte verantwortet, die dazu im Herbst 2018 einen korrespondieren CfP zirkulieren wird. Auf Seiten des JTPhil sind sowohl systematische als auch historische Ansätze mit philosophischer Fragestellung willkommen. Manuskripte in deutscher, englischer oder französischer Sprache können bis zum15. Januar 2019eingereicht werden und sollten nicht mehr als 33.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Anmerkungen) umfassen. Ein Begutachtungsverfahren (double blind peer review) stellt die Qualität der Abhandlungen sicher. Vor der Einreichung eines Manuskripts wird die Zusendung einer kurzen Themenskizze (Abstract) bis zum1. Oktober 2018erbeten. Darauf erfolgt ein erstes redaktionelles Feedback.

Einsendungen richten Sie bitte per E-Mail an die Redaktion: jahrbuch AT phil PUNKT tu-darmstadt.de

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CfP Jahrbuch Technikphilosophie 2020: Autonomy and the Uncanny

Does technological control take the place of what appeared uncannily uncontrollable? Or is it itself becoming uncanny? Two seemingly contradictory narratives shape the history and theory of technology. The narrative of disenchantment describes how nature, experienced as foreign and dangerous, was tamed by becoming scientific and mechanized. Second the narrative of (re-)enchantment recounts how artifacts and technological possibilities become uncanny, especially by way of their seeming independence and by confronting us with an »autonomous« logic of their own. In today's debates about self-learning, ubiquitous, invisible and opaque technologies, the uncanny moment resonates of a technology with »a life of its own«. Following upon the mechanization and automation discourses of the 20th century, this contributes to the »demonization« of technology. On the one hand technology makes the world familiar and comprehensible, e.g., by equating understanding with technical reconstruction. On the other hand, the technical reproduction of the world – or its radical transformation into an alienated one – is experienced as something disturbing. When artifacts appear to do »what they want« or when large technical systems shape the world according to their »own logic«, a limit is reached that was already mentioned by Freud – we become uncertain whether we are still living in the modern world at all.

To be sure, the linkages between technology, autonomy and the uncanny are not limited to the strange or frightening appearance of artifacts. »The chasm between knowing something and being able to do it is perhaps even greater and more uncanny than it is generally thought to be«, wrote Nietzsche in Beyond Good and Evil. Günther Anders extends this to the gap between what can be imagined and what produced, according to which what is actually produced can fall behind the imagination – and vice versa, imagination can fall behind production. How even sheer, blind capability can be uncanny is demonstrated in films and literary works, as in Stanisław Lem’s technology-philosophically inspired novel The Invincible (Niezwyciężony, 1964). Moreover, both the perfection of the means and their excess can seem uncanny, see the myth of Prometheus or the choral song in Sophocles’ Antigone: »Manifold is the uncanny, yet nothing / beyond the human being prevails more uncannily«.

Finally, technology is meant to be »innovative« and thus promises unheard-of novelty, subscribing to the notion of an inherent tendency toward ever more autonomous (and thus ever more disruptive, transformative) technologies. Claims of novelty are interesting in this matter – maybe there is something to them? At the same time, alarmist narratives of novelty serve to produce, perhaps strategically, uncanniness and uncertainty. In the name of autonomy, allegedly threatened by technology, we engage – especially as critics of technology – in ›uncanny reflection‹ and conceive of action from there.

The title words Uncanniness and Autonomy stand for this thematic constellation of the special issue of the Jahrbuch Technikphilosophie 2020 (JTPhil). It will be coordinated with the Zeitschrift für Technikgeschichte which will announce a corresponding call in autumn 2018. On the part of JTPhil, systematic and historical approaches from a philosophical point of view are welcomed. Manuscripts in German, English or French can be submitted until 15 January 2019 and should not exceed 33,000 characters (including spaces and notes). A double-blind peer review process ensures the quality of the papers. Before submitting a manuscript, please send us a short abstract by October 1, 2018. This is followed by initial editorial feedback.

Please send your submissions by e-mail to the editorial office:  jahrbuch AT phil DOT tu-darmstadt.de

abgelaufene CPs

CfP JTPhil 2018 – Arbeit und Spiel // abgelaufen

Spiel und Arbeit gelten oft als Gegensätze: Das Spiel als freie Betätigung menschlicher Vermögen, die Arbeit als deren Subordination unter einen äußeren Zweck. Die Festlegung des Spiels auf konsequenzlose Wiederholbarkeit hat ihm den Ruf des Unernsten eingetragen, während das Abzwecken der Arbeit auf die Nützlichkeit ihres Resultats im Bund mit der Sorge ums Dasein steht. Jenseits ihrer Reduktion aufs Unernste und Unfreie sind Spiel wie Arbeit mit den Begriffen homo ludens und homo faber zu Charakterisierungen der conditio humana nobilitiert worden. Auch in Bezug auf das in ihnen realisierte Verhältnis von Mittel und Zweck scheinen beide Tätigkeiten auf den ersten Blick gut unterscheidbar: Ist in einem Arbeitsprozess der Zweck gesetzt, für den die geeigneten Mittel gesucht, eingesetzt und optimiert werden, erlaubt das Spiel bei gegebenen Mitteln eine freie Suche, Variation und Erprobung möglicher, noch unbekannter Zwecke.

Auf einen zweiten Blick scheint dieser Gegensatz jedoch, gerade in den hochentwickeltsten Ausprägungen beider Tätigkeitsformen, zu verschwinden. So kann eine hochgradige Rationalisierung von Spielpraktiken in Arbeit umschlagen, wie etwa im Leistungssport, oder ein komplexer Arbeitsvorgang selbstzweckhafte Momente und Eigendynamiken gewinnen, die ihm Spielcharakter verleihen. Auch ein hohes Maß an Verregelung, elaborierte Risikostrategien oder die Aussicht auf Verlust und Gewinn können beide Handlungsformen einander fast ununterscheidbar ähnlich werden lassen.

Hochgradige Rationalisierung (wie im Leistungssport) oder hohe Komplexität von Regeln (wie in avancierten Arbeitsprozessen) verlangen wiederum oft elaborierte Techniken, um diese zu erlangen, zu sichern, zu befolgen, zu perfektionieren, zu unterlaufen oder zu modifizieren. Und diese Techniken eröffnen ihrerseits neue Spielräume. Das mag gerade an der Spieltheorie (selbst bereits eine Entscheidungstechnik) und darauf beruhenden technischen Anwendungen wie etwa Finanzsimulationen oder leistungsbezogenen Anreizsystemen in kollaborativen Beschäftigungsverhältnissen besonders sinnfällig werden. Auch andere technologische Entwicklungen geben Anlass dazu, das Verhältnis von Spiel und Arbeit noch einmal grundsätzlich zu bedenken, etwa im Hinblick auf: adaptive Systeme in der Robotik, serious games, Kreativitätstechniken in Unternehmenskulturen, wissenschaftliche Experimentalanordnungen, Online-Rollenspiele oder die Kommodifizierung nicht-zweckrationaler Lebensvollzüge, die traditionell vom Begriff produktiver Arbeit ausgeschlossen waren – einschließlich der Spielräume, die durch neue Umwelt- und Biotechniken erschlossen werden. Die Beschaffenheit der jeweils zum Einsatz kommenden Mittel und Verfahren sowie die Setzung, Variation oder Preisgabe von Zwecken können den Charakter von Spiel und Arbeit sowie ihr Verhältnis zueinander bestimmen oder verändern.

Das Jahrbuch Technikphilosophie 2018 lädt dazu ein, Beiträge zum Schwerpunktthema Arbeit und Spiel einzureichen. Zur Erkundung, Erörterung und Diskussion der philosophischen Aspekte des spannungsreichen Dreiecks von Technik, Spiel und Arbeit können:

  • theoretische und aktuelle Probleme der Begriffe adressiert,
  • exemplarische Fallstudien zu historischen oder zeitgenössischen Konstellationen ihres Zusammenhangs vorgestellt,
  • Interventionen in einschlägige Diskurse und Kontroversen vorgenommen oder
  • Überlegungen zu möglichen zukünftigen Entwicklungen angestellt werden, die sich in diesem Dreieck abspielen.

Ziel und Anliegen des Jahrbuchs ist eine Zusammenführung aktueller technikphilosophischer Debatten in einem gemeinsamen und weithin sichtbaren Forum. Anspruch ist es, das gesamte Spektrum der Auseinandersetzung zu repräsentieren und aktuelle Thesen, Ansätze und Forschungslinien zum Thema abzubilden.

Neben dem jeweiligen Themenschwerpunkt gibt es eine Sektion Abhandlungen, in der sämtliche Aspekte und Probleme der Technikphilosophie diskutiert werden können. Auch dazu sind Autorinnen und Autoren eingeladen, Beiträge einzureichen. In einem Rezensionsteil werden zudem aktuelle Publikationen auf dem Gebiet besprochen, und ein „Archiv“ informiert über vergriffene, vergessene oder unbekannte Texte zum Thema. Überdies werden technische und technikpolitische Entwicklungen der Gegenwart in einer eigenen Sektion kommentiert.

Das Jahrbuch erscheint mit dem 3. Jahrgang in der Edition Sigma des Nomos Verlags. Ein Begutachtungsverfahren (double blind peer review) stellt die hervorragende Qualität der Abhandlungen sicher. Beiträge können in deutscher, englischer oder französischer Sprache publiziert werden. Manuskripte für Schwerpunktbeiträge oder Abhandlungen sollten bis zum 15. Januar 2017 der Redaktion vorliegen und nicht mehr als 33.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Anmerkungen) umfassen. Alle persönlichen Angaben sind wegen des Review-Verfahrens ausschließlich auf einem Deckblatt zu vermerken. Vor der Einreichung eines Manuskripts wird die Zusendung einer Themenskizze bis zum 1. Oktober 2016 (ca. eine halbe bis max. zwei Seiten) erbeten. Darauf erfolgt ein erstes redaktionelles Feedback, mit dem alle weiteren Informationen zur formalen Textgestaltung mitgeteilt werden.

Einsendungen, Vorschläge oder Anfragen richten Sie bitte per Mail an die Redaktion.

CfP JTPhil 2017 – Technisches Nichtwissen // abgelaufen

Das Nichtwissen ist in aller Munde. Von Nichtwissenskulturen in der zweiten oder reflexiven Moderne ist die Rede, von Agnotologie als neuem Forschungszweig, von wicked problems und ihren clumsy solutions. Wo Nichtwissen sich durch Komplexitäts­steigerung unwiderruflich im zu Wissenden einnistet, fordert es als Grenze, Schranke und Kehrseite des Wissens die sogenannte Wissensgesellschaft heraus. Vor allem Risiko­poten­tiale und Gefahren kommen hier in den Blick, von denen wir gerade genug wissen, um Wissensansprüche zu formulieren, die sich womöglich nie einlösen lassen.

Das klassisch erkenntnistheoretische Problem: „Was können wir wissen?“ steht heute in einem Spannungsverhältnis zu der wissenspolitischen Frage: „Was müssen wir wissen?“ Was wir wissen müssen, ist einerseits so viel wie nötig, wenn es um Fragen von Sicherheit und Gesundheit geht – andererseits aber so wenig wie möglich, wenn es in Alltag, Wirtschaft oder Wissen­schaft darauf ankommt, Wissen an technische Systeme oder Expertenkulturen zu delegieren.

Bezeichnet politisch handlungsorientiertes und wissenschaftliches Nichtwissen zunächst ein Defizit, ist technisches Nichtwissen gleichermaßen erstrebenswert und problematisch. Einige, die Technik für angewandtes Wissen halten, mögen darin eine contradictio in adjecto sehen, manche sich um eine dem technischen Nichtwissen geschuldeten Technik­feindlichkeit sorgen, andere daraus die nötige Demut gegen verstiegene Allmachts­phantasien beziehen, während ihre Gegenspieler von Maschinen träumen, die über den Horizont intellektueller Nachvollziehbarkeit immer weiter hinauseilen.

Das Jahrbuch Technikphilosophie 2017 lädt dazu ein, Beiträge zum Schwerpunktthema „Technisches Nichtwissen“ einzureichen. Ziel und Anliegen des Jahrbuchs ist eine Zusammenführung aktueller technikphilosophischer Debatten in einem gemeinsamen und weithin sichtbaren Forum. Anspruch ist es, das gesamte Spektrum der Auseinander­setzung zu repräsentieren und aktuelle Thesen, Ansätze und Forschungslinien zum Thema abzubilden. Neben dem jeweiligen „Themenschwerpunkt“ gibt es eine Sektion „Abhandlungen“, in der sämtliche Aspekte und Probleme der Technikphilosophie diskutiert werden können. Auch dazu sind Autorinnen und Autoren eingeladen, Beiträge einzureichen. In einem „Rezensionsteil“ werden zudem aktuelle Publikationen auf dem Gebiet besprochen und ein „Archiv“ informiert über vergriffene, vergessene oder unbekannte Texte zum Thema. Überdies werden technische und technikpolitische Entwicklungen der Gegenwart in einer eigenen Sektion kommentiert.

Das Jahrbuch erscheint bei diaphanes und wird von einem digitalen Pendant um aktuelle und kleinere Beiträge ergänzt. Ein Begutachtungsverfahren (double blind peer review) stellt die hervorragende Qualität der Abhandlungen sicher. Beiträge können in deutscher, englischer oder französischer Sprache publiziert werden. Manuskripte für Schwerpunkt­beiträge oder Abhandlungen sollten bis zum 15. Januar 2016 der Redaktion vorliegen und nicht mehr als 33.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Anmerkungen) umfassen. Alle persön­lichen Angaben sind wegen des Review-Verfahrens ausschließlich auf dem Deckblatt zu vermerken. Vor der Einreichung eines Manuskripts wird die Zusendung eines vorläufigen Titels mit einer Themenskizze bis zum 1. Oktober 2015 erbeten. Darauf erfolgt ein erstes redaktionelles Feedback, mit dem alle weiteren Informationen zur formalen Textgestaltung mitgeteilt werden. Einsendungen, Vorschläge oder Anfragen richten Sie bitte per Mail an die Redaktion: Mail to.

CfP JTPhil 2016: Themenschwerpunkt »List und Tod« // abgelaufen

Technik, List und Tod: ein Dreieck, das selbst in der Philosophie die Koordinatensysteme durcheinan­der bringt. Als indirekter Modus, als Ersatz von Gewalt durch Vermittlung, als Gewinnung von Vortei­len angesichts überlegener Mächte ist Technik ebenso eng gebunden an die ‒ dubiose? bravouröse? ‒ Vernunftform der »List« wie an die (Be-)Drohung mit dem Tod. Wie beim listigen Odysseus, den die Literatur als »Techniten« attribuiert, weiterlesen

CfP JTPhil 2015: Themenschwerpunkt »Ding und System« // abgelaufen

Die Frage nach der angemessenen Gegenstandsebene haben avancierte Technikphilosophen nicht als Alternative zwischen Ding oder System begriffen, sondern darauf insistiert, dass es sich um Aspekte des Technischen handelt, die nur in ihrem Zusammenhang verständlich werden. Das Bemühen richtete sich deshalb auch darauf, die Konjunktion zu bestimmen, die zwischen Ding und System besteht.

So lassen sich Handlungen angemessen nur in der Verbindung beider Ebenen verstehen. Von Hegels Überlegungen zum System der Mittel bis zu Heideggers Ausführungen in Sein und Zeit gilt, dass die Rede von einem technischen Ding im Singular widersprüchlich ist, sofern diese als Mittel auf relationales Gefüge verwiesen sind. Ähnliches gilt für die Macht von Technik, welche darin besteht, die Möglichkeitsräume zu verändern, ohne dabei individuelle Handlungsvollzüge zu determinieren. Heideggers Versuch eines nichtanthropologischen Verständnisses von Technik unter dem Begriff „Gestell“ pointiert vor allem den veränderten Weltbezug durch Technik, der sich in Artefakten (Wasserkraftwerk usw.) gleichwohl darstellt. Das Begreifen von Geschichte wiederum führte auf den gleichen Konnex. Marx’ Gedanke, die Handmühle ergebe eine feudale, die Dampfmühle eine kapitalistische Gesellschaft, verweist auf den Versuch, Ding und System in ihrem Zusammenhang zu betrachten. Ferner finden sich Ansätze, den Systembegriff zur Modellierung bereits der Sachebene zu investieren (Sachsystem als Subsystem sozio-technischer Systeme oder Technik als Kontingenzmanagement in Systemen), oder das Verhältnis von System und Ding wird als Modalgefälle „Medium (System)-Verwirklichungsinstanz (Ding)“ gedacht.

Diese grundsätzlichen Reflexionen zum Verhältnis von Ding und System werden in jüngerer Zeit von technologischen Entwicklungen überholt, die von vornherein, nämlich auf der Entwicklungsseite, in den Termini von (medial gesteuerten) selbstorganisierendem System und hierbei hervorzubringendem Ding gedacht werden. Das IT-Paradigma des Ubiquitous Computing ebenso wie die Systembiologie und die Nanotechnik forcieren diesen Konnex, wobei sich manche Theoretiker dieser Entwicklung auf Simondons Konzept des „konkreten Dinges“ berufen. In den kulturwissenschaftlichen Perspektiven auf Technik hat gleichwohl die Hinwendung zum Ding, zum konkreten Artefakt, zur Materialität, die Systemperspektive und damit die Verbindung beider Ebenen zumindest partiell verdrängt, eine Tendenz, die in den (post-)phänomenologischen Aufrufen zur Wiederentdeckung der Artefakte als Dinge verstärkt wird. Vor diesem Hintergrund wendet sich das Schwerpunktthema des Jahrbuch Technikphilosophie der Frage zu, wie sich eine angemessene Perspektive auf Ding und System ausgehend von klassischen Überlegungen der Technikphilosophie als auch angesichts aktueller technologischer Entwicklungen formulieren lässt.

CfP JTPhil 2016: Alle Rubriken // abgelaufen

Beiträgerinnen und Beiträger sind eingeladen, Abhandlungen zu allen Fragestellungen der Technikphilosophie einzureichen. Manuskripte können in deutscher, englischer und französischer Sprache eingesandt werden. Vorschläge für zu rezensierende Texte und das Archiv sind ebenfalls willkommen.

Das zweite Jahrbuch Technikphilosophie erscheint im Herbst 2015. Einreichungen müssen in anonymisierter Form bis zum 15. Januar 2015 der Redaktion vorliegen und sollten nicht mehr als 33.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Bibliographie und Anmerkungen) umfassen und ein max. 700 Zeichen langes Abstract enthalten. Alle persönlichen Angaben dürfen auf Grund des Review-Verfahrens ausschließlich auf dem Deckblatt vermerkt werden. Detaillierte Informationen zur formalen Textgestaltung entnehmen Sie bitte dem Stylesheet von diaphanes.